 Deutliche Worte und BestärkungZum Neujahrsempfang 2010 hatte Altmühl-Jura als Zusammenschluss von jura2000 und den LimesGemeinden am 29. Januar geladen – und in das Kaminkehrerzentrum in Mühlbach bei Dietfurt kamen hochrangige Gäste und Redner aus allen Bereichen der Gesellschaft. Im Gepäck hatten sie deutliche Worte, aber auch viel Bestärkung für die interkommunale Zusammenarbeit. Franz Stephan, Vorsitzender von Altmühl-Jura und Bürgermeister von Dietfurt, eröffnete den Neujahrsempfang, der musikalisch vom Labertal-Trio umrahmt wurde. Klare Worte fand er dabei für die derzeitige Förderpraxis, mit der Altmühl-Jura immer wieder konfrontiert ist. „Es ist komplizierter geworden", brachte er es auf den Punkt. Die Folge davon: Ohne wissenschaftliche Begleitung sei eine Antragstellung kaum mehr möglich, und auch die zeitlichen Dimensionen wachsen. Altmühl-Jura ist dafür ein gutes Beispiel: Nach fast zwei Jahren Arbeit konnte man sich endlich über den ersten Genehmigungsbescheid freuen. Dieser geht an Greding für das Museum Natur und Mensch und wurde auch gleich im Zuge des Neujahrsempfangs überreicht. Aber Stephan ist sich sicher: „Altmühl-Jura ist hoch motiviert und bereit, sich den Herausforderungen zu stellen.“
Am Rednerpult folgten Stephan zunächst Pater Johannes Kodiamkunnel sowie als Hausherr Peter Wilhelm, Innungsobermeister der Kaminkehrer. Letzterer setzte dabei auf das Glück: Wo ginge das schließlich besser, als „hier in der Brutstätte des Glücks”. Grußworte gab es auch vom Landtagsabgeordneten Albert Füracker und vom Neumarkter Landrat Albert Löhner, die beide betonten, wie wichtig die ländlichen Region seien. Füracker plädierte zudem für mehr Freiräume für Initiativen wie Altmühl-Jura, auch wenn eine Veränderung in der Förderpraxis seine Zeit brauche. Löhner sah in der interkommunalen Zusammenarbeit sogar die „Weiterentwicklung der Demokratie“.
Als Hauptredner schließlich trat Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetags, vor das Publikum – und das mit deutlichen Worten. Harsche Kritik übte etwa am achtstufigen Gymnasium. Als CSU-Mitglied habe er die Entscheidung dafür zwar mitgetragen, bereue den Entschluss für die „Grausame Acht“ aber mittlerweile zutiefst. Auch die Entwicklung der Hauptschulen bereitet ihm Sorgen: „Wir sind gerade dabei, die Hauptschule zu zertrümmern.“ Deshalb setze er sich dafür ein, die Hauptschule wieder aufzuwerten. Auch leuchte es ihm nicht ein, dass „3,4, Milliarden Euro bei der BayernLB versenkt werden, aber keine 20 Millionen Euro für neue Lehrer zur Verfügung stehen". Doch nicht nur die Politik nahm Brandl ins Visier: „Geiz ist geil ist eine Maxime unserer Gesellschaft geworden.” Fazit seiner rund einstündigen Rede, die im Saal viel Zustimmung fand: „Zusammenarbeit ist wichtiger denn je“ – und das gilt erst recht für Kommunen.
Kindings Bürgermeisterin Rita Böhm dankte Uwe Brandl für seine Rede mit einem fossilienreichen Stein – „mit mindestens elf Ammoniten", wie sie scherzhaft betonte. Für die weiteren Redner gab es üppig gefüllte Geschenkörbe mit regionalen Produkten.
Zu einem Neujahrsempfang gehörten natürlich nicht nur Worte vom Rednerpult, sondern auch viele gute Gespräche. Und von diesen gab es reichlich, ebenso wie Köstlichkeiten vom Altmühl-Jura-Buffet. |