SPRACHE IM FLUSS - ist der Dialekt lebendig oder als Fossil zum Aussterben verurteilt? Zwischen diesen Extremen erforschte die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt/Lehrstuhl Deutschdidaktik den Dialekt in der Altmühl-Jura-Region von Oktober 2010 bis Dezember 2012.
Die Ergebnisse der Dialektbefragung liegen nun interaktiv als Sprechende Sprachatlas der Altmühl-Jura-Region vor: Wie spricht ein 12-jähriger Schüler aus Breitenbrunn? Mit welchem Dialektwort bezeichnet eine 80-Jährige aus Kinding Walderdbeeren? Verschiedene inhaltliche Bereiche, Altersgruppen, Geschlecht und Ort können frei gewählt werden und sind nach der Präsentation unter www.sprache-im-fluss.de als Ton- und Wortdatei abrufbar.
Die Arbeit von zwei Jahren wird als „Dialekt-Markt“ präsentiert und mit Musik und Kabarett gefeiert: Im Auftrag von Altmühl-Jura e.V. und gefördert durch den Kulturfonds Bayern befragte das Projektteam unter der Leitung von Dr. Monika Raml rund 8.000 Dialektsprecher der Region zwischen Altmannstein, Beilngries, Berching, Breitenbrunn, Denkendorf, Dietfurt, Greding, Kinding, Kipfenberg, Titting und Walting.
Schüler, Eltern, Lehrer und ältere Dialektsprecher der Region waren aufgefordert, ihre Dialektkenntnis einzuschätzen und zu dokumentieren, ihre Einstellung zum Dialekt und ihren Spracherwerb zu reflektieren.
Am „Lebendigen Sprachkulturkalender 2012“ beteiligten sich viele Altmühl-Jura-Bewohner mit Hörspiel und Theater, Literaturwettbewerb, „HeimatBildern“ im Film, Reiseführer und Stadtführung, Online-Schülerzeitung, Dialektmusik, Rhetorik-Workshop und Dialekt-Poetry-Slam.